Bithereum: Eine innovative Blockchain, die die Visionen von Bitcoin und Ethereum vereint
Das Bithereum-Whitepaper wurde vom Bithereum Network Team im August 2018 veröffentlicht und adressiert die Probleme des Bitcoin-Netzwerks im Proof-of-Work (PoW) Modus, wie hohen Energieverbrauch und begrenzte Skalierbarkeit, und vereint die Visionen von Bitcoin und Ethereum.
Der Kernansatz von Bithereum ist „die Visionen von Bitcoin und Ethereum zu vereinen, Node-Incentives zu revolutionieren, die Skalierbarkeit zu erhöhen und die Netzwerksicherheit zu stärken“. Die Besonderheit liegt im Einsatz eines Proof-of-Stake (PoS) Modells auf Basis des Ethereum-Casper-Protokolls und der Einführung eines „Proof-of-Uptime“ (PoU) Incentive-Mechanismus für Full Nodes, kombiniert mit Skalierungslösungen wie Lightning Network und SegWit. Bithereum will durch geringeren Energieverbrauch, höhere Transaktionseffizienz und stärkere Dezentralisierung eine effizientere und sicherere Blockchain-Lösung für die Kryptoindustrie bieten.
Bithereum hatte das Ziel, die grundlegenden Probleme des Bitcoin-Netzwerks zu lösen und den Nutzern eine zugänglichere und effizientere Krypto-Umgebung zu bieten. Das Whitepaper betont: Durch die Kombination der Bitcoin-Blockchain mit der PoS-Technologie von Ethereum, innovativen Node-Incentives und mehreren Skalierungslösungen kann ein Gleichgewicht zwischen Dezentralisierung, Skalierbarkeit und Sicherheit erreicht werden – für ein nachhaltigeres und inklusiveres Blockchain-Ökosystem.
Bithereum Zusammenfassung des Whitepapers
Was ist Bithereum
Stellt euch vor, Freunde: Es gäbe eine Kryptowährung, die die robuste „digitale Gold“-Eigenschaft von Bitcoin mit der Flexibilität und Innovationskraft von Ethereum vereint – das wäre doch großartig! Genau das war die ursprüngliche Idee hinter Bithereum (kurz BTH): Die Vorteile der beiden Blockchain-Giganten Bitcoin und Ethereum zu kombinieren und eine neue, stärkere Kryptowährung zu schaffen.
Bithereum verfolgt dabei einen ganz besonderen Ansatz, nämlich „Hard Fork“ und „Hard Spoon“. Einen „Hard Fork“ kann man sich wie eine neue Straße vorstellen, die von der Bitcoin-Hauptstraße abzweigt und auf deren Basis grundlegende Änderungen vorgenommen werden. Der „Hard Spoon“ hingegen „schöpft“ eine Portion Daten von Ethereum ab, etwa indem die Vermögenswerte der Ethereum-Nutzer per Snapshot erfasst und ihnen dann BTH-Token auf der neuen Chain zugeteilt werden.
Das ursprüngliche Ziel von Bithereum war es, ein System zu schaffen, das wie Bitcoin als Peer-to-Peer-E-Cash funktioniert und gleichzeitig die technische Roadmap von Ethereum – insbesondere den Proof-of-Stake (PoS) Mechanismus – integriert, um schnellere Transaktionen und niedrigere Gebühren zu ermöglichen.
Projektvision und Wertversprechen
Bithereum verfolgt eine sehr ambitionierte Vision: Es will einige der zentralen Probleme von Bitcoin lösen, etwa die Spaltung der Community, mangelnde Skalierbarkeit, den hohen Energieverbrauch und die Zentralisierungsrisiken des Proof-of-Work (PoW) Minings.
Das zentrale Wertversprechen lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Innovative Fusion: Die Robustheit von Bitcoin mit der Flexibilität von Ethereum vereinen.
- Verbesserte Skalierbarkeit: Einführung von Technologien wie Lightning Network und SegWit, um Transaktionen schneller und günstiger zu machen.
- Optimiertes Mining: Geplant ist der Übergang vom GPU-freundlichen Proof-of-Work (Equihash) zu einem effizienteren, energiesparenden Proof-of-Stake (PoS), um den Energieverbrauch zu senken und die Netzwerksicherheit zu erhöhen.
- Anreize für Node-Betreiber: Einführung eines einzigartigen „Proof-of-Uptime“ (PoU) Mechanismus, der Betreiber von Full Nodes für stabile Netzwerkdienste belohnt – ein damals sehr innovativer Ansatz.
Kurz gesagt: Bithereum wollte ein demokratischeres, effizienteres und sichereres Blockchain-Netzwerk schaffen, an dem mehr Menschen teilhaben und von den Vorteilen der Blockchain-Technologie profitieren können.
Technische Merkmale
Bithereum bietet einige interessante technische Highlights:
Konsensmechanismus
In der Anfangsphase setzte Bithereum auf den Equihash-basierten Proof-of-Work (PoW). PoW bedeutet, dass Miner durch das Lösen komplexer mathematischer Aufgaben um das Recht konkurrieren, neue Blöcke zu erstellen und Belohnungen zu erhalten. Der Equihash-Algorithmus ist „speicherintensiv“, sodass auch normale PCs (insbesondere mit leistungsfähigen GPUs) am Mining teilnehmen können, statt dass teure ASICs den Markt dominieren – das demokratisiert das Mining ein Stück weit.
Langfristig strebte Bithereum jedoch den Übergang zu Proof-of-Stake (PoS) an. Bei PoS konkurriert man nicht mehr durch Mining, sondern erhält das Recht zur Blockerstellung und Transaktionsvalidierung je nach Anzahl und Dauer der gehaltenen bzw. gestakten Token. Je mehr und je länger man stakt, desto höher die Chance, ausgewählt zu werden. Bithereum plante, das Casper-Protokoll von Ethereum zu adaptieren, um das Netzwerk schneller, energieeffizienter und sicherer zu machen und 51%-Angriffe zu verhindern.
Skalierungslösungen
Um das „Stauproblem“ von Blockchains zu lösen, wollte Bithereum zwei wichtige Skalierungstechnologien einführen:
- Lightning Network: Eine „Off-Chain“-Lösung. Man kann sich das vorstellen wie ein kleines Kassenbuch (Payment Channel) zwischen Freunden, in dem viele kleine Transaktionen schnell und ohne den Umweg über die Hauptkette abgewickelt werden. Nur das Endergebnis wird auf die Hauptkette übertragen – das erhöht die Geschwindigkeit und senkt die Gebühren.
- Segregated Witness (SegWit): Eine „On-Chain“-Lösung. Hierbei wird die Signaturinformation (Witness Data) von der eigentlichen Transaktion getrennt, sodass mehr Transaktionen pro Block verarbeitet werden können, ohne die Blockgröße zu erhöhen.
Node-Incentives: Proof-of-Uptime (PoU)
Bithereum führte zudem das sehr spezielle Konzept des Proof-of-Uptime (PoU) ein. In vielen Blockchains ist der Betrieb eines Full Nodes für die Netzwerksicherheit essenziell, wird aber meist nicht direkt belohnt. Das PoU-System soll genau das ändern: Betreiber von stabil laufenden Full Nodes erhalten BTH-Token als Belohnung. Wer also Rechenleistung oder Speicher für das Netzwerk bereitstellt, wird vergütet. Das unterscheidet sich von klassischen Mining-Belohnungen und von „Masternodes“, die große Mengen Token staken müssen – PoU soll mehr Menschen zur Mitwirkung an der Infrastruktur motivieren.
Replay-Schutz
Da Bithereum ein Bitcoin-Fork ist, wurde ein vollständiger bidirektionaler Replay Protection Mechanismus implementiert, um zu verhindern, dass Transaktionen auf der alten Chain auch auf der neuen (oder umgekehrt) ausgeführt werden.
Tokenomics
Das Token-Symbol von Bithereum ist BTH.
Tokenverteilung
Die Initialverteilung von BTH war sehr speziell: Es gab Airdrops sowohl für Bitcoin- (BTC) als auch für Ethereum- (ETH) Besitzer:
- Bitcoin-Besitzer: Zum Zeitpunkt des Forks erhielt man für jeden gehaltenen Bitcoin 1 BTH.
- Ethereum-Besitzer: Das Projekt machte einen Snapshot der ETH-Bestände und verteilte BTH-Token per Airdrop an diese Accounts.
Premine
Das Team reservierte 1.600.000 BTH-Token, etwa 5% des Gesamtangebots.
Supply und Umlauf
Das verfügbare Angebot von BTH liegt bei etwa 30,9 Millionen, das Maximum bei 31 Millionen. Laut CoinMarketCap und Coinranking beträgt der Umlauf derzeit 0, und es gibt keine Marktkapitalisierungsdaten. Das bedeutet, dass der Token aktuell praktisch keinen aktiven Handel oder Marktwert hat.
Token-Nutzung
Der Hauptzweck von BTH ist die Belohnung im Rahmen des einzigartigen „Proof-of-Uptime“ (PoU) Mechanismus, um Betreiber von Full Nodes für stabile Netzwerkdienste zu incentivieren.
Team, Governance und Finanzierung
Kernteam
Öffentlichen Informationen zufolge besteht das Bithereum-Kernteam aus:
- Sachit Singh: Gründer, Operations Lead.
- Scott Wade: Gründer, Communications Lead.
- Sanjay Kripalani: Partner, Business Development VAE.
- Dondrey Taylor: Core Developer.
- Samit Singh: Chief Strategist.
Diese Angaben stammen vor allem aus den Jahren 2018-2019. Über die aktuelle Aktivität des Teams, Governance-Strukturen und die Finanzierung gibt es kaum aktuelle öffentliche Informationen.
Roadmap
In den Jahren 2018-2019 veröffentlichte Bithereum einige wichtige Pläne und Fortschritte:
- 2018: Vorstellung des Konzepts, Bitcoin zu „forken“ und Ethereum zu „spoonen“, um die Vorteile beider zu vereinen.
- August 2018: Detaillierte Roadmap für den Übergang von Equihash-PoW zu PoS und die geplante Einführung von Lightning Network und SegWit.
- Januar 2019: BTH erreichte mit 1,17 US-Dollar seinen historischen Höchstpreis.
- Juli 2019: Veröffentlichung von „Proof-of-Uptime“ (PoU) Version 2.0 und Launch des Bithereum Node Tools, um Node-Betreiber zu belohnen.
Seit 2019 sind jedoch kaum noch neue technische Fortschritte, Meilensteine oder Pläne öffentlich bekannt geworden. Eine aktuelle, offizielle Roadmap ist nicht auffindbar.
Typische Risikohinweise
Beim Verständnis von Blockchain-Projekten ist es wichtig, potenzielle Risiken zu erkennen. Für Bithereum ergeben sich laut aktueller Informationslage folgende Punkte:
- Projektaktivität und Wartungsrisiko: Die meisten Detailinformationen stammen aus 2018-2019. Zwar gab es auf GitHub im letzten Jahr minimale Updates, aber die Gesamtaktivität ist sehr gering – das deutet auf einen Stillstand oder starke Reduktion der Entwicklung und Wartung hin. Ein Projekt ohne kontinuierliche Entwicklung ist in puncto Sicherheit, Funktionalität und Ökosystem stark gefährdet.
- Informationsasymmetrie und Projektrisiko: Die offizielle Website (bithereum.network) ist inzwischen ein Portal für Krypto-Trading-Informationen und Plattform-Connects, nicht mehr die Projektseite. Das könnte bedeuten, dass das ursprüngliche Blockchain-Projekt eingestellt wurde oder das Team sich anderen Aufgaben widmet. Die Intransparenz erschwert die Einschätzung des Projektstatus.
- Ökonomisches Risiko: Laut CoinMarketCap und Coinranking liegt der BTH-Preis und das Handelsvolumen aktuell bei 0 US-Dollar, die Marktkapitalisierung fehlt. Das heißt, der Token hat praktisch keine Liquidität und sein Wert könnte auf Null gefallen sein. Ohne Liquidität kann man einen Token im Zweifel nicht verkaufen oder tauschen.
- Technisches und Sicherheitsrisiko: Ohne aktive Wartung bleiben potenzielle Bugs im Code ungefixt, was die Sicherheit gefährdet. Sinkt die Zahl der Netzwerkteilnehmer (Nodes), leidet die Dezentralisierung und die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe.
- Compliance- und Betriebsrisiko: Mit der sich wandelnden Regulierung im Kryptobereich sind Projekte ohne aktive Entwicklung und klare Compliance-Strategie besonders unsicher.
Bitte beachten: Die obigen Informationen dienen nur als Referenz und stellen keine Anlageberatung dar. Führen Sie vor einer Beteiligung an Krypto-Projekten immer eine gründliche, unabhängige Recherche durch.
Checkliste zur Verifizierung
Um Bithereum besser zu verstehen, können Sie folgende Ressourcen prüfen – deren Aktualität und Aktivität ist jedoch fraglich:
- Block Explorer: Versuchen Sie, `insight.bithereum.network` oder `explorer.bithereum.network` zu besuchen, um On-Chain-Aktivitäten zu sehen. Aufgrund der geringen Projektaktivität liefern diese Explorer aber womöglich keine aktuellen oder vollständigen Daten.
- GitHub-Aktivität: Besuchen Sie das Bithereum-GitHub-Repo (z.B. `github.com/BTHPOS`), um Commits und Entwicklungsaktivität zu prüfen. Der Haupt-Repo wurde im letzten Jahr nur minimal aktualisiert, andere Repos sind noch älter.
- Offizielle Website: `bithereum.network`. Beachten Sie, dass die Seite heute vor allem Krypto-Trading-Connects und Infos bietet, nicht mehr Whitepaper oder Entwicklungsupdates des ursprünglichen Blockchain-Projekts.
- Social Media/Community: Suchen Sie nach frühen Social-Media-Kanälen (z.B. Reddit `r/Bithereum`, Medium-Blog) für historische Infos – diese sind aber vermutlich nicht mehr aktiv.
Projektfazit
Bithereum war ursprünglich ein sehr innovatives Projekt, das per „Hard Fork“ und „Hard Spoon“ die Robustheit von Bitcoin mit der Flexibilität von Ethereum verbinden wollte. Es brachte Proof-of-Stake, Lightning Network, SegWit und den einzigartigen Proof-of-Uptime (PoU) als technische Lösungen ins Spiel, um Skalierbarkeit, Energieverbrauch und Node-Incentives zu adressieren.
Nach den öffentlich verfügbaren Informationen scheint Bithereum als aktives Blockchain-Projekt jedoch seit 2019 nicht mehr weiterentwickelt zu werden. Die Website ist heute ein Krypto-Trading-Portal, und die technische Entwicklung, Community-Aktivität und Token-Performance (Preis und Volumen = 0) deuten stark darauf hin, dass das Projekt nicht mehr aktiv ist oder aufgegeben wurde.
Obwohl Bithereum historisch einige interessante technische Ansätze verfolgte, ist es heute offenbar kein aktives Blockchain-Projekt mehr. Wer sich für Bithereum interessiert, sollte es als Fallstudie betrachten – nicht als Investment. Denken Sie daran: Dies ist keine Anlageberatung. Jede Entscheidung sollte auf Ihrer eigenen unabhängigen Recherche und Risikobewertung basieren.