Kurz gefasst
- Der Smart Brick integriert einen maßgeschneiderten Chip, Sensoren, Lichter und Sound in einen Standard-Lego-Stein – ganz ohne Apps oder Bildschirme.
- Steine interagieren mit markierten Minifiguren und untereinander über Legos verschlüsseltes BrickNet-System für synchronisierte Effekte.
- Der Verkaufsstart beginnt am 1. März mit hochwertigen Star Wars Sets zu Preisen zwischen 69,99 und 159,99 US-Dollar.
Das heißeste Produkt, das diese Woche auf der CES 2026 vorgestellt wurde? Legos „Smart Brick“, ein technisch aufgeladener 2x4-Stein, der traditionelle Lego-Sets mit Lichtern, Geräuschen und sensorgesteuerten Reaktionen erweitert – ganz ohne Apps, Displays oder externe Geräte.
Der Smart Brick beherbergt einen Mini-Computer im gewohnten Lego-Format. Im Kern steckt ein maßgeschneiderter, anwendungsspezifisch integrierter Schaltkreis (ASIC), der kleiner ist als ein einzelner Lego-Noppen.
Der Chip steuert LED-Lichteffekte, einen eingebauten Lautsprecher mit synthetisiertem Sound, ein Beschleunigungsmesser zur Erkennung von Bewegung und Orientierung, NFC-Sensoren zur Identifikation naher Teile sowie einen Lichtsensor, der auf Umweltveränderungen reagiert. Der Stein nutzt außerdem nahfeldmagnetische Positionierung, um präzise Interaktionen zwischen den Komponenten zu ermöglichen.
Hier beginnt der Spaß!
Stell dir die weit, weit entfernte Galaxie neu vor – mit dem brandneuen LEGO® Smart Brick, der weltweit erstmals Technologien kombiniert, um deine Geschichte zum Leben zu erwecken. LEGO® SMART PLAY™-Erlebnisse starten am 1. März.
— Star Wars (@starwars) 6. Januar 2026
Lego bezeichnet das System als die größte Veränderung des „System-in-Play“ seit der Einführung der Minifigur im Jahr 1978. Anders als bei vorherigen interaktiven Sets ist der Smart Brick vollständig für den physischen Einsatz konzipiert. Es gibt keinen Einschaltknopf, keinen Bildschirm und keine notwendige Einrichtung. Der Stein wird durch Interaktion aktiviert und kabellos per Induktion geladen.
Was der Smart Brick kann
Die eigentliche Neuheit liegt darin, wie der Smart Brick mit sogenannten Smart Tags interagiert – winzigen, eingebetteten Identifikatoren in kompatiblen Minifiguren, Fliesen und Zubehörteilen. Kommt ein markiertes Teil in die Nähe, löst der Stein kontextspezifische Reaktionen aus. Eine Luke Skywalker-Minifigur in der Nähe eines Lichtschwerts kann ein leises Brummen und einen Leuchteffekt erzeugen. Wird ein X-Wing geneigt, ertönen Motorsounds oder Laserschüsse synchron zur Bewegung.
Mehrere Smart Bricks können zudem über Legos proprietäres Bluetooth-basiertes Protokoll BrickNet miteinander kommunizieren. Das verschlüsselte System ermöglicht es Sets, ein Mesh-Netzwerk zu bilden, sodass koordiniertes Verhalten über mehrere Bauten hinweg möglich ist – wie das Zeitmessen von Rennen, das Verfolgen von Kollisionen oder das Auslösen synchronisierter Soundeffekte in einer Szene.
Lego betonte während der CES-Präsentation Privatsphäre und Kindersicherheit. Das im Stein integrierte Mikrofon dient ausschließlich als virtuelle Taste für einfache Sprachbefehle und zeichnet keine Audiodaten auf. Es gibt keine Kamera, keine Cloud-Anbindung und keine integrierte KI-Verarbeitung.
„Wir wollten die Magie von Lego verstärken, ohne Kinder in digitale Welten zu ziehen“, sagte Julia Goldin, Chief Product and Marketing Officer von Lego.
Der Smart Brick startet zunächst in Star Wars-Themensets, die weltweit ab dem 1. März erhältlich sind. Vorbestellungen sind ab dem 9. Januar möglich. Zu den ersten Sets gehören Lukes Red Five X-Wing für 99,99 US-Dollar, ein TIE Fighter für 69,99 US-Dollar sowie ein Throne Room Duel und A-Wing Bundle mit interaktiven Lichtschwertkämpfen für 159,99 US-Dollar. Um die Preise niedrig zu halten, sind die Sets etwas kleiner als Standardmodelle im Minifigurenmaßstab.
Gemischte Reaktionen
Die Online-Reaktionen sind gespalten. Fans lobten die Technologie als clevere Verbindung von Nostalgie und moderner Technik; einige bezeichneten sie als eine der ehrgeizigsten Ideen von Lego seit Jahren. Technik-Analysten merkten an, dass der Ansatz Lego von der Konkurrenz abhebt, indem digitales Verhalten mit haptischem Spiel kombiniert wird, anstatt es zu ersetzen.
Die öffentliche Reaktion in den sozialen Medien, besonders auf X , ist polarisiert. Begeisterte loben die Innovation, weil sie Nostalgie und Modernität verbindet. Analysten bekräftigen dies und betonen, wie Lego sich so durch die Verbindung von analogem und digitalem Spiel an die Spitze der Spielzeugbranche setzt, ohne die Kernwerte zu kompromittieren. Dave Filoni, Chief Creative Officer von Lucasfilm, unterstreicht die Rolle der Star Wars-Partnerschaft bei der Umsetzung filmischer Elemente.
Skeptiker hingegen befürchten, dass der Kern von Lego verwässert wird. Kritiker argumentieren, dass die Integration von Elektronik die Fantasie einschränken könnte; ein X-Post bezeichnete es als „das Dümmste, was ich je gesehen habe“ und äußerte die Sorge, dass offenes Bauen zu vorgegebenen Erlebnissen wird. Andere hoben Preisfragen hervor, wobei ein X-Nutzer scherzte, dass es „nur dein Portemonnaie leert“.
Lego-Experten wie der pseudonyme Content Creator PenPlays hinterfragen den Fokus auf technische Daten statt auf kindgerechten Spielspaß: "Ich muss nichts über die Technik hören. Ich
muss
wissen, warum es Spaß macht. Wie ein Kind Spielzeit genießen kann. Wo bleibt das?"
Warum sind diese Pressemitteilungen so geschrieben, als wolle man das Produkt an Erwachsene verkaufen, obwohl ständig versichert wird, dass es für Kinder gedacht ist?
Ich muss nichts über Technik hören
Ich MUSS wissen, warum es Spaß macht. Wie ein Kind Spielzeit genießen kann
Wo bleibt das?
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— PenPlays (@PenPlays_) 6. Januar 2026
Lego-Manager zeigen sich unbeeindruckt. Das Unternehmen hält mehr als 20 Patente im Zusammenhang mit dem Smart Brick-System und plant, dieses auch auf andere Themenwelten wie City und Technic auszuweiten. Zukünftige Updates – bereitgestellt über eine für Eltern konzipierte Begleit-App – könnten im Laufe der Zeit neue Geräusche und Verhaltensweisen hinzufügen.