- Die Aktie von Strategy fiel im Jahr 2025 um 49,35 % und wird nun unter dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände gehandelt.
- Das Risiko der Verwässerung wächst, da Strategy Aktien nur zu 82 % des Bitcoin-NAV emittiert.
- Die neue STRC-Dividende von 11 % wirft Bedenken hinsichtlich Kapitalbelastung und finanzieller Konstruktion auf.
Strategy befindet sich in einer kritischen Phase, da ihre langjährige Bitcoin-Strategie auf neue Marktbedingungen trifft. Die Aktie des Unternehmens fiel im Jahr 2025 um 49,35 % und wird nun unter dem Marktwert ihrer Bitcoin-Bestände gehandelt. Dieser Wechsel schwächt die Arbitrage-Logik, die zuvor aktienfinanzierte Käufe unterstützte. Die Veränderung erfolgt, während Strategy weiterhin Bestände ausbaut und neue Finanzinstrumente einführt.
Die Aufmerksamkeit stieg, nachdem der erfahrene Value-Investor Christopher Bloomstran die Vorgehensweise des Unternehmens kritisierte. In einem Beitrag auf X erklärte Bloomstran, dass das Finanzierungsmodell von Strategy mathematisch ungünstig geworden sei. Er konzentrierte sich auf die Beziehung zwischen Marktkapitalisierung und Bitcoin-Vermögenswerten. Seine Kommentare hoben die mit der aktuellen Aktienemission verbundenen Verwässerungsrisiken hervor.
Strategys Aktienprämie ermöglichte wertsteigernde Bitcoin-Käufe
In den vergangenen Jahren profitierte Strategy von einer starken Bewertungsprämie. Die Aktien wurden deutlich über dem Wert der Bitcoin im Firmenvermögen gehandelt. Diese Lücke erlaubte dem Unternehmen, effizient Eigenkapital zu emittieren. Der Erlös konnte genutzt werden, um Bitcoin zu kaufen, ohne die pro Aktie gehaltene Menge zu verringern.
Dieser Vorteil ist inzwischen verblasst. Die Marktkapitalisierung von Strategy repräsentiert jetzt etwa 82 % des Marktwerts ihrer Bitcoin-Bestände. Unter diesen Bedingungen reduziert die Ausgabe neuer Aktien den Wert je Aktie. Bloomstran beschrieb das Ergebnis als ungünstige Mathematik, nicht als schlechtes Markttiming.
Die Aktienkursentwicklung unterstreicht diesen Wandel. Die Strategy-Aktie fiel im zweiten Halbjahr 2025 sechs Monate in Folge. Von Juli bis Dezember wurden Verluste verzeichnet. Dies war die erste derartige Serie, seit das Unternehmen Bitcoin im August 2020 als Treasury-Asset einführte.
Die monatlichen Rückgänge waren deutlich. Im August fiel der Kurs um 16,78 %, im Oktober um 16,36 %. Im November gab es einen Einbruch von 34,26 %, gefolgt von weiteren 14,24 % im Dezember. Diese Verluste trugen zum Jahresrückgang von 49,3 % bei.
Quelle: X
Frühere Zyklen zeigten ein anderes Muster. Auf große Rückgänge folgten oft starke Erholungen. Während des Marktabschwungs 2022 kam es innerhalb weniger Monate zu Rallys von über 40 %. Das Ausbleiben ähnlicher Erholungen Ende 2025 deutet auf eine längere Neubewertungsphase hin.
Trotz schwächerer Aktienperformance setzte Strategy die Bitcoin-Akkumulation fort. Am 29. Dezember gab das Unternehmen den Kauf von 1.229 BTC bekannt. Die Transaktion kostete etwa 108,8 Millionen US-Dollar. Der implizite Preis lag bei rund 88.568 US-Dollar pro Bitcoin.
Strategy baut Bitcoin-Bestände aus und führt 11 % Dividende ein
Die Gesamtbestände bleiben beträchtlich. Ende Dezember berichtete Strategy, 672.497 BTC zu besitzen. Das Unternehmen erklärte, die Vermögenswerte für etwa 50,44 Milliarden US-Dollar erworben zu haben. Eine Änderung der Akkumulationspolitik wurde nicht öffentlich bekanntgegeben.
Gleichzeitig führte Strategy ein neues Dividendeninstrument ein. Das Wertpapier, bekannt als STRC, bietet eine Rendite von 11 %. Die Emission ist für Januar 2026 geplant. Der Schritt zog sofort die Aufmerksamkeit wertorientierter Investoren auf sich.
Kritiker argumentieren, dass die Dividende das Finanzprofil des Unternehmens verändert. Eine hochverzinste Ausschüttung erhöht die festen Verpflichtungen, während die Aktie unter dem Vermögenswert gehandelt wird. Bloomstran erklärte, diese Kombination spiegle eine defensive Bilanzpolitik wider. Er stellte infrage, ob dieser Schritt langfristig Werte schaffen kann.
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Auch der Zeitpunkt der Dividende sorgt für Bedenken. Die Emission eines 11-%-Instruments bei gleichzeitigem Verwässerungsrisiko verändert die Kapitalstruktur. Analysten beschreiben das Vorgehen als finanztechnische Konstruktion.
Die einstige Aktienprämie, die die Akkumulation unterstützte, ist geschrumpft. Weitere Bitcoin-Käufe erhöhen das Engagement, ohne denselben Finanzierungsvorteil. Investoren beobachten genau, wie das Management reagiert.
Strategy hat weder Käufe pausiert noch Bestände reduziert. Öffentliche Aussagen betonen weiterhin die langfristige Überzeugung von Bitcoin. Änderungen an der Treasury-Politik wurden nicht bekanntgegeben.
Die Marktbedingungen unterscheiden sich jedoch von früheren Zyklen. Aktieninvestoren legen jetzt größeren Wert auf Bilanzmechanismen. Ohne Prämie gewinnt die Finanzierungseffizienz an Bedeutung.
Vorerst bleibt Strategy seiner Strategie treu. Aktienkurs, Akkumulationstempo und neue Instrumente verlaufen parallel. Das Ergebnis wird beeinflussen, wie der Markt künftig Bitcoin-geführte Unternehmensbilanzen beurteilt.

